TREA II - Bremgarten: Die MVA wird nicht gebaut


Veröffentlicht am 20.06.2007 in der Kategorie Umweltgeschichte von Axel Mayer

TREA II - Bremgarten: Die MVA wird nicht gebaut



An die Medien

Die in Bremgarten geplante, zweite Müllverbrennungsanlage, die TREA II wird nicht gebaut. Nachdem der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein, die AGUS - Markgräflerland, der NABU Südbaden und die Bürgerinitiative Umweltschutz Staufen den zweiten Müllofen massiv ablehnten und auch in den Nachbargemeinden Eschbach, Hartheim, Heitersheim und Neuenburg die Ablehnung überwog, verzichtet die Sotec auf die umstrittene Erweiterung. Die Akzeptanz in der Region für einen zweiten Müllofen war nicht gegeben.
BUND Geschäftsführer Axel Mayer begrüßt diese Entscheidung der Sotec. "Dies ist eine gute Entscheidung für die Region und für Mensch, Natur, Umwelt und Tourismus."

Wir wollen hier noch einmal die Gründe für unsere Ablehnung aufzeigen:

Gegen unökologische Mülltransporte ("Müll-Tourismus")
Der Müll, der in der TREA II verbrannt werden sollte, entsteht weit von Bremgarten und Südbaden entfernt. Das Transitland Südbaden leidet bereits jetzt massiv unter dem Strassen- und Bahnverkehr. Zusätzliche, unnötige und umweltbelastende Transporte von 150 000 Tonnen Müll/Jahr waren aus lokaler und globaler Sicht nicht akzeptabel.

Eine TREA II hätte vermutlich die Abluft-Grenzwerte eingehalten,
doch die Luft in Südbaden ist schon lange nicht mehr rein. Zur Vorbelastung durch die TREA I kommen vor allem die Schadstoffe der wuchernden elsässischen Schwerindustriezone entlang des Rheins. Tourismus, Kur- und Badeorte, Landwirtschaft und die Menschen der Region hätten unter den zunehmenden Schadstoffmengen gelitten.

Die umweltbelastende, französische Schwerindustriezone wuchert Richtung Nambsheim
Mit der TREA I und ihrem Schornstein ist jetzt, zumindest optisch, bereits eine erste Metastase, dieses Industriegebietes auf unserer Rheinseite entstanden. Dies erschwert den notwendigen Widerstand gegen umweltzerstörende neue Planungen im Elsass. Wenn die jetzige, zerstörerische Entwicklung auf beiden Rheinseiten (Schwerindustrie im Elsass, TREA II und Flächenverbrauch in Südbaden) so weitergeht, dann verliert die Toscana Deutschlands noch stärker ihren Charme und die Lebensqualität schwindet. Das ist eine Entwicklung an deren Ende das Aus für den Tourismus, für Kur- und Badeorte stehen könnte.

Das wichtigste Argument des BUND war die fehlende Abwärmenutzung
Mit einer verbesserten Abwärmenutzung wurde für die zweite Verbrennungslinie geworben. Doch seit November 2004 verschwendet schon die TREA I unglaubliche Abwärmemengen. Ein Großteil von 50 Megawatt Abwärme (laut Genehmigungsantrag) verpufft in Zeiten weltweiter Klimaveränderungen größtenteils ungenutzt. Aber ein Megawatt Abwärmeleistung entspricht auf das Jahr gerechnet einer Energiemenge von ca. 870 000 Litern Erdöl. (870 000 x 50 = 43 500 000 Liter Erdöl/Jahr!!!) Täglich wird eine Abwärmemenge entsprechend rund 120 000 Litern Erdöl in die Umwelt abgegeben. 50 MW Abwärme entsprechen dem Wärmebedarf von 50 000 Niedrigenergie-Wohnhäusern. Es ist erfreulich, dass die Betreiber nach Abnehmern für diese Abwärme suchen und langsam auch erste Erfolge haben.

Jetzt gilt es in die Zukunft zu schauen und die Abwärmeverschwendung zu stoppen
Nach Ansicht des BUND sollte jetzt, nach der Ablehnung der TREAII, die vorhandene Abwärme der TREA I endlich sinnvoll genutzt werden. Obwohl im Gewerbepark Breisgau immer noch große Militärbrachen zur Verfügung stehen, versuchen manche umliegenden Gemeinden entgegen den Zielen der Regionalplanung, Gewerbe und Industrieansiedlung in die eigenen kommunalen Gewerbegebiete, auf die "noch" grüne Wiese, umzuleiten. Das bedeutet unnötigen Flächenverbrauch in der Region und verhindert die Abwärmenutzung im Gewerbepark Bremgarten. Die Umweltverbände drängen seit der Planungsphase auf umweltfreundliche Gewerbeansiedlung, auf den Ausbau des Wärmenetzes und die bestmögliche Nutzung der Abwärme von TREA I. Hier sollten sich Kommunen, Kreise, Regierungspräsidium und der Regionalverband stärker engagieren und örtliche Egoismen überwinden.

Axel Mayer / Bund Geschäftsführer