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Nistkasten und Nisthilfe für Halb-Höhlenbrüter: Eine Bauanleitung




Halbhöhlenbrüter
Die Halbhöhle ist für Vogelarten geeignet, die eher auf Brutnischen und Spalten angewiesen sind. Zu ihnen gehören z.B. Hausrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper und Zaunkönig.
Man kann die Vogelart, die im Nistkasten brüten soll, aber nicht beeinflussen, da es keine Einfluglöcher wie beim Meisenkasten gibt.


Material:

Maße:


Es empfiehlt sich, astfreie, natürliche (unbehandelte) Fichten- oder Tannenholzbretter mit einer Stärke von ca. 2 cm zu verwenden. Sie sind relativ kostengünstig und in so gut wie jedem Holzfachmarkt und Baumarkt zu finden. Man kann sie zurechtschneiden lassen (Kosten!) oder sie selbst bearbeiten. Wobei bei Sägearbeiten immer Vorsicht geboten sein sollte.
Des Weiteren benötigt man 2 Scharniere, ca. 20 Nägel (zwischen 4-5 cm), um die einzelnen Teilstücke zu verbinden, 2-3 Schrauben mit 8-10 cm, um den Kasten an der Wand zu befestigen. Ebenfalls nötig sind Hammer, Schleifpapier (und/oder Feile), Holzbohrer, Raspel, Stift und eine Stichsäge.


Bauanleitung:

Zuerst werden die Bretter auf die angegebenen Maße zurechtgeschnitten. Dafür zeichnet man am besten alle Teilstücke mit Bleistift vor und schneidet sie dann mit der Stichsäge aus. (Zeichnung beachten!)
Die Außenseite der Vorderwand und die Innenseiten der Innenwände können nun mit einer Raspel aufgeraut werden, so dass die Vögel später einen guten Halt an den Wänden haben. Es muss darauf geachtet werden, dass die Oberkanten der Seitenwände sehr gleichmäßig gesägt und abgeschliffen sind, so dass später das Dach dicht aufliegen kann. In die Bodenplatte bohrt man etwa 2-4 Löcher mit einer Dicke von ungefähr 6 mm Durchmesser, um einen Wasserablauf zu ermöglichen.

Hat man nun alle Teilstücke vor sich, kann man sich an den Zusammenbau machen. Hierfür vernagelt man zuerst die beiden Seitenwände mit der Bodenplatte. Anschließend montiert man die 2 Scharniere an die Vorderseite der Bodenplatte. An den Scharnieren wird dann die Vorderwand angebracht, so dass man sie auf und zu klappen kann, um den Nistkasten besser säubern zu können. Die Rückwand wird dann ebenfalls fest mit den Seitenwänden und der Bodenplatte vernagelt und zuletzt wird das Dach aufgesetzt.

Anbringung:

Der Nistkasten muss in einer Höhe von 2-3 m (nicht höher) an einer Hauswand, einem Balkon oder an einem Schuppen angebracht werden, am besten unter einem Dachvorsprung im Halbschatten. Die Öffnung sollte vom Haus weg zeigen und für Katzen und Marder nur schwer zu erreichen sein.


Pflegetipps:

Die Außenseiten kann man mit Leinöl (zur natürlichen Imprägnierung) einstreichen. Es ist auch sinnvoll, das Dach mit einer wasserfesten Folie zu überziehen, falls der Kasten nicht unter einem Dachvorsprung aufgehängt werden kann.
Der Kasten sollte einmal im Jahr gereinigt werden. Am besten erledigt man das im Spätsommer (September/Oktober)

Wer einmal einen Nistkasten gebaut und aufgehängt hat
und wer Vögel und Natur beobachtet, wird langfristig auch erkennen, dass der Bau von Nisthilfen nur ein erster, kleiner Schritt ist, denn die Bedrohung von Vögeln, Natur und Umwelt erfordert weitergehende Schritte. Auf diesem Wege lernt man, dass Natur in Gärten, Wälder, Städte und Dörfer zurückgebracht werden muss und dass Vogel-, Natur- und Umweltschutz langfristig auch dem Menschen dient und nutzt. Gerade Gartenfreunde können einiges zum Vogelschutz beitragen. Naturnahe Brutstätten finden Höhlenbrüter überall dort, wo es im Garten ein wenig „unordentlich“ ist. Alte, morsche Bäume, abgestorbene Äste, Hecken, „Wildnisecken“ und der Verzicht auf Gift gehören bei einem lebendigen, naturnahen Garten dazu.

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Dieser Artikel wurde 28366 mal gelesen und am 13.9.2017 zuletzt geändert.