Schlimmster Unfall seit 15 Jahren bei Rhodia in Chalampe


Veröffentlicht am 05.04.2000 in der Kategorie Elsass von Axel Mayer

Schlimmster Unfall seit 15 Jahren bei Rhodia in Chalampe


Die Gasexplosion im elsässischen Chalampe, die als "kleine Meldung" bereits durch die Medien ging, bereitet dem BUND Regionalverband große Sorgen.

Nach Angaben der Betreiber handelt es sich um den schlimmsten Unfall seit 15 Jahren bei Rhone Poulence (heute Rhodia) im Elsass.

Der in geringen Mengen (?) ausgetretene Cyanwasserstoff ist eine hochgiftige Substanz. Es handelt sich um eine farblose, leicht verdampfende Flüssigkeit, die nach bitteren Mandeln riecht. Es ist eine sehr giftige und brennbare Flüssigkeit, die schnell in den Gaszustand übergeht. Es können sich schnell große Mengen sehr giftiger, explosionsfähiger Gemische bilden. Das Einatmen hoher Konzentrationen wirkt unmittelbar tödlich.

Kein Wunder, daß 300 Mitarbeiter in die Schutzräume mussten. Der scheinbar (?) noch einmal glimpflich ausgegangene Unfall direkt an der deutschen Grenze verweist auf das große Gefährdungspotential im Bereich der Industrieanlagen Ottmarsheim Chalampe. Sorge bereitet auch, daß Butachimie, eine Tochtergesellschaft von Rhodia und DuPont de Nemours, vorhat, die Produktion um 70 % zu erhöhen.

Ein Skandal ist es, daß die Bevölkerung erst jetzt durch die Medien informiert wurde, denn der Unfall hat sich bereits am 29.03.2000 ereignet. Es kann nicht angehen, daß die Bevölkerung grenzüberschreitend erst so lange Zeit nach dem Unfall informiert wird. Eine offene Frage ist, wann das Freiburger Regierungs-präsidium über den Unfall informiert wurde.

Wir sind gespannt, wie die "Kontrollbehörden" reagieren werden.



Mehr Infos zu Unfällen der Rhodia auf dieser Homepage, wenn Sie bei der Suchfunktion den Begriff Rhodia eingeben