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Umweltgeschichte, Regionalgeschichte & Geschichte am Oberrhein in Südbaden, Elsass und Nordschweiz

Erfolge und Niederlagen, Fortschritte wie unverändert negative Entwicklungen
bestimmen das Bild der regionalen Umweltgeschichte im Dreyeckland: Da ist die frühe Entdeckung der Nachhaltigkeit mit dem alten badische Waldgesetz und die Besetzungen der AKW-Bauplätze in Wyhl, Gerstheim und Kaiseraugst, der Genacker in Buggingen, der Widerstand gegen die Schwarzwaldautobahn, den Giftmüllofen Kehl und die Flachglasfabrik in Hombourg, der BUND-Erfolg gegen die Rheinverschmutzung durch die Usine Kaysersberg, die so wichtigen "Sonnentage" in Sasbach und viele andere, nicht so spektakuläre Aktionen. Damit die regionale Umweltgeschichte nicht in Vergessenheit gerät, tragen wir hier diese Informationen zusammen.
Für Ergänzungen und Berichtigungen sind wir dankbar.
Axel Mayer

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Geschichte & Umweltgeschichte & Regionalgeschichte am Oberrhein in Südbaden, Elsass und Nordschweiz




Geschichte & Umweltgeschichte & Regionalgeschichte am Oberrhein in Südbaden, Elsass und Nordschweiz


1100
Erste Erwähnung des zunehmenden Bergbaus in Kappel bei Freiburg, der erst im Jahr 1954 endet und zu einer massiven Bleiverseuchung des Bodens führt.

Winter 1349
Erste Pest-Epidemie im Breisgau

18. Oktober 1356
Basler Beben: Ein schweres Erdbeben erschüttert den Oberrhein und Basel. Der erste Erdstoß in Basel ereignete sich um 17 Uhr mit einer Magnitude von ca. 6,2; der zweite, der eigentliche Hauptstoß, ereignete sich um circa 22 Uhr mit einer Magnitude von ca. 6,5 bis 6,9. Die oberen Stockwerke ganzer Häuserzeilen stürzen bereits beim Vorbeben ein, ebenso Teile der Stadtmauer, des Münsters und anderer Kirchen. Das Hauptbeben und die nachfolgenden Brände zerstören die Stadt Basel und viele Burgen der Umgebung.

1452
Sélestat (Schlettstadt) wird das oberrheinische Zentrum der Humanisten. Die Humanistenbibliothek wird gegründet, u. a. von Beatus Rhenanus.

April 1525
Missernten und Ungerechtigkeit führen u.a. zum Aufstand von Kaiserstühler Bauern in Kiechlinsbergen (Bauernkrieg).

1631-1648
Der Dreißigjährige Krieg wütet auch im Breisgau und führt im Gebiet der Markgrafschaft Hochberg zu einem geschätzten Bevölkerungsverlust von 75%.

1662
Niederländische Kaufleute, die zu dieser Zeit an der verheerenden Abholzung der innerschweizerischen Wälder beteiligt waren, bieten an, den Rheinfall zu eliminieren, damit das Flößerholz hindernislos nach Holland gelangen könne. Dabei planen sie, das Felsmassiv in der Mitte des Flusses ganz einfach zu sprengen.

1812
Erste Pläne zur Rheinbegradigung durch eine Denkschrift von Johann Gottfried Tulla. Die Umsetzung verringert zumindest am Oberrhein die Hochwassergefahr, verstärkt flussabwärts aber die Hochwässer und bringt ökologische Folgeschäden.

1816-1817
Hungersnot führt zu Massenauswanderung aus dem Breisgau (angeblich 6000 Menschen). Die Auswanderungswelle der europäischen "Wirtschaftflüchtlinge" führt zum Genozid der Ureinwohner Amerikas.

1817
Ein bayrischer Kaufmann namens Illig aus Kulmbach hofft auf ein schönes Geschäft, indem er vorschlägt, "den Rheinfall durch einen unterirdischen Kanal [...] rheinisch gänzlich zu vernichten und denselben für Rhein-Schiffe fahrbar zu machen".

1833
Das Badische Forstgesetz beendet den Raubbau der Wälder und weist weltweit als eines der ersten Gesetze den Weg zur Nachhaltigkeit.

1848/49
Badische Revolution

1864
Gründung des Schwarzwaldvereins

1881
Gründung des "Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz", der 1913 die "10 Gebote für Naturschutz" aufstellt

1904
Entdeckung einer Kalisalz-Lagerstätte bei Tiefbohrungen nach Erdöl im Ober-Elsass nordwestlich von Mulhouse Quelle

1. Oktober 1905
Gründung der Ortsgruppe Freiburg des Deutschen Bundes für Vogelschutz (heute Nabu)

ab 1910
Beginn des extrem grundwasserbelastenden Kaliabbaus im elsässischen Kalibecken bei Mulhouse (MDPA) und im badischen Buggingen

21. September 1911
In Freiburg wird im Restaurant Bertold Schwarz die erste südbadische Ortsgruppe des Arbeiter-Wanderbundes „Die Naturfreunde“ gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg bezog die Gruppe die Hütte in Breitnau, die bis heute genutzt wird.

04.01.1915
Erster deutscher Angriff am Hartmannsweilerkopf Vieil-Armand in den Vogesen im ersten Weltkrieg. Alleine das Morden am Hartmannswillerkopf kostet 30.000 Menschenleben.

1918–1920
Die Spanische Grippe wütet auch am Oberrhein. An der Grippe-Epidemie / Pandemie von 1918–1920 sterben in in Deutschland über 250 000 Menschen.

1922
Baubeginn von Schacht 1 (Baden) des Kalisalzbergwerks Buggingen. Im Juli 1925 wird das Kalilager in 786 m Tiefe erreicht. Quelle


1928 bis 1959
Zwischen Märkt und Breisach wird der Rheinseitenkanal (Grand Canal d`Alsace) gebaut. Dies führt u.a. zu Naturzerstörung, Grundwasserabsenkungen und verstärkt nochmals die Hochwasserprobleme rheinabwärts.

15. Juni 1940
Der vorläufig letzte Weltkrieg erfasst mit dem Überfall auf Frankreich und dem Grenzübertritt deutscher Truppen am Rhein nun auch direkt den Südlichen Oberrhein.

1942 bis 1960

Pläne der Schluchseewerk AG, in der Wutachschlucht einen 62 Meter hohen Staudamm zu bauen; vielfältige, erfolgreiche Aktionen und Informationsarbeit gegen diese Pläne

nach 1945
Baggerseen im Umfeld Basels, aber auch an anderen Stellen der Region werden zu Müllkippen, teilweise sogar zu Giftmüllkippen. Ein Beispiel ist das Teninger Schuttloch, wo die FRAKO (Frankfurter Kondensatorenfabrik) und das Aluminiumwalzwerk Tscheulin jahrzehntelang ihren Abfall in einen See "entsorgen" und das Grundwasser u.a. mit Dioxin und PCB vergiften. Die Folgekosten tragen nicht die Firmen, sondern die SteuerzahlerInnen.

nach 1945
Bei der Chemieproduktion in Frankreich in Huningue (Hüningen) bei Basel fallen grosse Mengen des giftigen Insektizides Lindan an. Hochgiftige lindanverunreinigte Abfälle wurden oberirdisch auf Halde gelagert und vom Wind verweht. (es gibt ein unbestätigtes Gerücht, das Lindan wäre zur Agent Orange-Produktion für den Vietnam Krieg verwendet worden. Über konkrete Informationen zu diesem Sachverhalt würden wir uns freuen)

1953
Wäre es damals nach Freiburgs Oberbürgermeister Wolfgang Hoffmann gegangen, dann stünde das größte deutsche Atomforschungszentrum heute womöglich in Freiburg – nicht in Karlsruhe. Doch der Gemeinderat stoppte die von Hoffmann im September 1953 lancierte Bewerbung wenig später in nichtöffentlicher Sitzung.
Quelle: BZ

Januar 1953
Gründung der "Arbeitsgemeinschaft Heimatschutz Schwarzwald" zur Rettung der Wutachschlucht vor den Staudammplänen

1957
Das "aussichtsreichste Uran-Vorkommen Westdeutschlands" wird im Krunkelbachtal bei Menzenschwand am Südhang des Feldbergs entdeckt. Trotz lokalem Widerstand werden bis 1991 ca. 100 000 Tonnen Uranerz abgebaut. Das radioaktive Erz, aus dem Bomben und Energie gewonnen werden, löst nicht zuletzt bei der Weiterverabeitung in Ellweiler Krebserkrankungen aus.

1. Oktober 1957

Das Schlafmittel Contergan kommt in Deutschland auf den Markt. Es löste einen der größten Medizinskandale und eine Katastrophe für Tausende Menschen aus. Weltweit kamen 10 000 Kinder, davon etwa 5000 in Deutschland, mit Missbildungen vor allem an Armen und Beinen zur Welt. Es fehlten ganze Knochen. Die Betroffenen bekommen vom Aachener Pharmaunternehmen Chemie Grünenthal eine traurig lächerliche Rente.
Viele Schädigungen wären vermeidbar gewesen: Hinweise über Missbildungen bei Neugeborenen hatte es bereits 1959 gegeben, anderthalb Jahre nach Markteinführung des Präparats, das lange rezeptfrei erhältlich war.
Im Mai 1968 beginnt der Conterganprozess. Wie so häufig wird am 18. Dezember 1970 das Strafverfahren gegen acht leitende Angestellte von Grünenthal und Inhaber Hermann Wirtz wegen geringer Schuld eingestellt. Die "Contergan Erfahrung" prägt auch die entstehende Umweltbewegung am Oberrhein.

1963
Erste Pläne der später verhinderten Schwarzwaldautobahn werden bekannt. Die GegnerInnen des Projekts schließen sich 1969 in der "Aktionsgemeinschaft für demokratische Verkehrsplanung" zusammen.

20. März 1965
Gründung der Dachorganisation der elsässischen Umweltschützer "AFRPN", später umbenannt in "Alsace Nature"

Zwischen 1968 und 1982
versenkte die Schweiz 7420 Container mit radioaktivem Inhalt an drei verschiedenen Stellen im Nordostatlantik. Mitte der 60er Jahre mischte sich die OECD ein und schaffte eine offizielle Nukleardeponie, die rund 700 Kilometer nordwestlich der spanischen Küste liegt. Das Meer ist dort 4000 Meter tief - vermeindlich tief genug.
Im Jahr 1974 verzichten Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden als Folge von massiver Kritik «freiwillig» auf die Atommüllversenkung im Meer. Die Schweiz kümmerte das wenig, sie nutzte weiterhin die billige Entsorgungsart. Erst 1983 gelang es auf Druck mehrerer Länder ein Internationales Versenkungs-Moratorium zu erwirken. (Quellen: «Strahlende Schweiz», Susann Boos, IAEA-Bericht)

1969
Inbetriebnahme von Block 1 des AKW Beznau (CH)

21. Januar 1969
Reaktorunfall und Kernschmelze im Schweizer AKW Lucens
Bei diesem schweren Atomunfall in einem kleinen Schweizer Versuchsreaktor, dem KKW Lucens, wurde ein Brennstoffelement überhitzt und zerstört. Dabei entwichen radioaktive Gase u.a. in die Kaverne die daraufhin so stark verseucht war, dass sie für Jahre zugemauert werden musste. Neben Tschernobyl, Sellafield und Harrisburg war diese Atomunfall in einem Schweizer AKW einer der gefährlichsten Atomunfälle in der Geschichte der Atomindustrie. Er führte nur desshalb nicht zu einer großen Katastrophe weil der Versuchsreaktor sehr klein und in eine Felskaverne eingebaut war. Seit 1969 versucht die Atomlobby die Erinnerung an diesen Unfall in der "sicheren" Schweiz zu löschen.
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1969 bis 1982
Legale Meeresvergiftung durch die Schweizer AKW-Betreiber. 7677 Container Atommüll, auch aus dem grenznahe AKW Beznau, werden im Meer versenkt.

9. November 1970
Gründung der Aktion Umweltschutz, des Vorläufers des BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein in Freiburg

2. Juni 1971
Antrag der Badenwerk AG auf Standortgenehmigung für das AKW Breisach; erfolgreicher Widerstand (u.a. Unterschriftensammlung) gegen diese Pläne

7. Februar 1971
Die Frauen in der Schweiz bekommen Stimmrecht und Wahlrecht.

ab 1972
Widerstand gegen die landschaftsverschandelnden Großflurbereinigungen amKaiserstuhl. Die damaligen Kritiker der überdimensionierte Maßnahmen bekommen Jahrzehnte später recht.

1972
Inbetriebnahme von Block 2 des AKW Beznau (CH)

1972
Aktive der Aktion Umweltschutz und des Schwarzwaldvereins verlangen die Abwasserklärung der Papierfabrik in Neustadt und die Beendung der massiven Wasserverschmutzung der Wutach. Nach vielfältigen Aktionen wird eine Kläranlage eingebaut, ein weiterer Schritt zur Reinhaltung des Rheins.

ab 1973
Erfolgreicher Widerstand gegen das geplante AKW Wyhl (siehe separate Chronik)


1974-75
Bauplatzbesetzung im elsässischen Marckolsheim. Verhinderung des Baus eines extrem umweltbelastenden Bleichemiewerks. Weltweit erste ökologisch begründete Bauplatzbesetzung, die auch einen wirtschaftlichen Flop verhindert, denn das Werk der Chemischen Werke München (CWM) in Marckolsheim sollte Bleizusätze für PVC produzieren, die heute nicht mehr verwendet werden.

18. Januar 1975
Beginn der Bauplatzbesetzung in Wyhl. Der Widerstand gegen das AKW in Wyhl führt u.a. zu einer Politisierung der Natur- & Umweltschutzbewegung und gibt wichtige Impulse zur Gründung der Partei "Die GRÜNEN"

15. April 1975
Beginn der Bildungsarbeit der Volkshochschule Wyhler Wald auf dem besetzten AKW-Bauplatz in Wyhl

1975
Erfolgreicher Widerstand mit Bauplatzbesetzung gegen das geplante AKW Kaiseraugst (CH)

ab 1975
Die zunehmenden Waldschäden im Schwarzwald führen zu vielfältigen Aktionen gegen das Waldsterben. Die Debatte um das Waldsterben verstärkt sich insbesondere im Jahr 1983 auch am Oberrhein. Große Demonstrationen und Aktionen (Aktion Waldsterben Dreyeckland, Freudenstädter Aktionseinheit, BUND, BI Riegel... ) führen mittel- und langfristig zu einer massiven Verbesserung der Luftqualität. Die Debatte führt zu einer Zunahme des Umweltbewusstseins. Gesetze werden auf Druck der Umweltbewegung verschärft, der Katalysator wird eingeführt, verbleites Benzin wird verboten, Kraftwerke und Industrieanlagen werden entstickt und entschwefelt. Kollateralerfolge der Debatte um das Waldsterben und des geschärften Umweltbewusstseins sind die Einführung der preisgünstigen Regiokarte in und um Freiburg, der Ausbau des ÖPNV, aber auch das Verbot des klimaschädigenden Gases FCKW und die Verbesserung der Luftreinhaltung bei Industrieanlagen und Müllverbrennungsanlagen (Dioxin). Die bessere Luftqualität ist auch ein Segen für Baudenkmäler. Die Waldsterbensdebatte hat den ökologischen Fortschritt beschleunigt und die Lebensqualität erhöht.Info Waldsterben

ab 1975
Langjähriger kontinuierlicher Widerstand gegen Fluglärm, Flugplatz und Militär in Lahr

nach 1975
die Niederlagen der Atomindustrie in Wyhl, Kaiseraugst und Gerstheim und massive Akzeptanzprobleme mancher umweltbelastender Betriebe führen zu einer verstärkten Anwendung von Akzeptanz fördernden Strategien, zu Greenwash und besserer Propaganda der Umweltzerstörer.

19760
Weltweit erste große Solar- Alternativenergie- und Umweltmesse des BUND und der badisch-elsässischen Bürgerinitiativen: die Sonnentage in Sasbach. Der BUND will mit der erfolgreichen Ökomesse Alternativen zur Atomenergie aufzeigen. Die Entwicklung der regionalen Alternativenergienutzung ab diesem Zeitpunkt ist eindrucksvoll.

1976
Erfolgreicher Widerstand mit Bauplatzbesetzung gegen das geplante AKW Gerstheim (F) bei Straßburg. Hier und im bretonischen Plogoff verhindert die französische Umweltbewegung den Bau eines AKW.

1976-1978
Inbetriebnahme der beiden Reaktorblöcke des AKW Fessenheim (F); kontinuierlicher Widerstand französischer und deutscher Umweltgruppen seit der Planungsphase bis Heute

1973 bis 1975
Widerstand und Verhinderung des Baus einer Brennelementefabrik (Uran- und Plutoniumverarbeitung) in Heitersheim (D)

1976
Besetzung eines im Bau befindlichen Hochspannungsmasten des AKW Fessenheim im elsässischen Heiteren (F); Errichtung eines Freundschaftshauses. Bei einem Brandanschlag militanter AKW-Befürworter auf die gewaltfreien Besetzer wird ein Umweltschützer schwer verletzt. Hungerstreik französischer Umweltschützer in Roggenhouse.

4. Juni 1976
Erste, illegale Sendung von Radio Verte Fessenheim. Aus dem Widerstand gegen die Atomanlagen im Dreyeckland entsteht Radio Verte Fessenheim, das spätere Radio Dreyeckland.

29.05.1978
1978 wurde von der Schweizer Zementindustrie der Ausstieg aus der Asbestproduktion "angekündigt". Am 29.05.1978 hat die Schweizer Asbestlobby gleichzeitig aus PR-Gründen den „Arbeitskreis Asbest“ gegründet. Dieser hatte das Ziel Werbung für Asbest zu machen und die Klassifizierung von Asbest in die Giftklasse 1 zu verhindern. Die Klassifizierung konnte um neun Jahre hinausgeschoben werden, was wiederum das Eintreten des notwendigen, schnellen Asbest-Verbots hinausschob. Die Verantwortlichen im Arbeitskreis Asbest sind für das Sterben vieler Menschen verantwortlich.

1980
Inbetriebnahme des Großklärwerkes "Breisgauer Bucht" in Forchheim.

1984
Inbetriebnahme des AKW Leibstadt (CH).

1984
Besetzung auf der Rheininsel bei Fessenheim durch französische Umweltschützer, um die Verpressung von Salzlösungen in tiefere Schichten zu verhindern

April 1986
Eröffnung der ersten Freiburger BUND-Ökostation im Rahmen der Landesgartenschau in Freiburg

26. April 1986
Reaktorunfall in Tschernobyl. Die radioaktive Wolke von Tschernobyl erreicht kurz danach den Rhein, wird aber von den Propagandaabteilungen der französischen Atomlobby zumindest medial am Rhein gestoppt. Großkundgebung gegen Tschernobyl, Fessenheim und für Atomausstieg in Breisach. Zusammenschluss der Südbadischen Bürgerinitiativen. Wie man heute weiß, sind die Auswirkungen des Reaktorunfalls verheerend für das menschliche Erbgut.

1. November 1986
Brand bei Sandoz (Basel / Schweizerhalle) Umweltkatastrophe und massive Rheinvergiftung durch auslaufende Pestizide. Am 13. und 14. Dezember findet das INTERNATIONALE RHEIN-TRIBUNAL statt. Das Internationale Rhein-Tribunal verurteilte neben der von Sandoz verursachten Verseuchung vor allem die amtlich genehmigte
Dauer-Vergiftung der Flüsse. Es gibt Protestdemonstrationen in der ganzen Region u.a. eine Menschenkette am Rhein. In dieser Umweltkatastrophe liegen auch die politischen Wurzeln des "Basler Appell gegen Gentechnologie".

1986
Großkundgebung zum Thema Waldsterben am Thurner mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker als Hauptredner

ca. 1990
Folgenloses Nein der Naturschützer zu den Kunstschneeplänen und Schneekanonen im Fahler Loch am Ahornbühl / Feldberg. Ein Jahrzehnt später zeigt sich dass die Kritik berechtigt war. Das Projekt ist finanziell am Ende.

1. Mai 1990
Der Widerstand und die Demonstrationen gegen den Bau der Jungbunzlauer - Syral - Zitronensäurefabrik in Marckolsheim können den Bau der Anlage im wertvollen Auewald nicht verhindern. Ein Vertrag in Folge des Konflikts schützt jetzt allerdings die restlichen Auewälder im Elsass. Die als abwegig bezeichneten Befürchtungen der Umweltschützer (Gestank) wurden leider Realität für die Menschen in Marckolsheim, Mackenheim, Sasbach und Wyhl. Der erste Mais für die Fabrik kommt aus den USA.

1990
Über eine Milliarde Mark hat das Engagement des BUND und anderer Umweltschützer dem Steuer- und Gebührenzahler in den Kreisen Emmendingen und Ortenau erspart. 1990 hatte das Planungsbüro AEW-Plan (eng verbunden mit Firmen, die Müll-Öfen bauen) den beiden Kreisen den Bau eines Müll-Ofens für 360.000 Jahrestonnen empfohlen. Der BUND und einige Bürgerinitiativen wehrten sich gegen die überzogenen Verbrennungspläne. Im Jahr 2000 lieferten die Menschen in beiden Landkreisen statt der geplanten 360.000 Jahrestonnen real aber nur noch 140.000 Tonnen Müll bei der Deponie Kahlenberg an. Mit Hilfe einer Biologisch-Mechanischen-Abfallbehandlungsanlage kann in Zukunft der brennbare Müllrest auf rund 30.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden (Als die wegen Bestechungsskandalen umstrittene Müllverbrennungsanlage Köln Niehl gebaut wurde, arbeitete u.a. die AEW Plan Köln die Planungs- und Ausschreibungsunterlagen aus / Quelle TAZ)

1991
Ende des umweltgefährdenden Uran - Abbaus in Menzenschwand . Südbaden ist atomanlagenfrei. Die Firma "Gewerkschaft Brunhilde", die jahrzehntelang Gewinne eingefahren hat, geht nach dem Abbau von 80.000 bis 100.000 Tonnen Uranerz "rechtzeitig" bankrott, so dass die Sanierung der Uran-Grube von den SteuerzahlerInnen getragen werden muss (ca. eine Million Euro).

Juli 1991
Umweltgruppen, Verbände und Bürgerinitiativen aus Südbaden, der Nordschweiz und dem Elsass geben eine kritische gemeinsame Umwelt - Erklärung zu Europa heraus. Unter dem Motto: "Das Europa das wir bekommen ist nicht das Europa das wir wollen" setzen sie sich kritisch mit regionalen Globalisierungstendenzen und dem erlebten Europa der Konzerne auseinander und sprechen sich für ein Europa der Menschen aus. "Ein Europa, das nur von Wirtschafts- und Wachstumsinteressen bestimmt wird, ein Europa, das kein Europa der Menschen und Regionen wird, kann langfristig keinen Bestand haben. Es ist in Gefahr, in wenigen Jahrzehnten, bei den nächsten größeren Krisen, zu zerfallen, so wie wir das jetzt in Jugoslawien und der Sowjetunion erleben." Zitat

Sommer 1991
Die neu errichtete BUND - Ökostation wird wiedereröffnet. Das Umweltbildungszentrum lockt jährlich mit Veranstaltungen und Grünen Klassenzimmern über 12.000 Besucher an. Darunter über 200 Schulklassen und Besuchergruppen aus Freiburg, dem Dreiländereck, Europa und dem fernen Japan.

1992
Erfolgreicher grenzüberschreitender Widerstand gegen die Pläne, in Kehl einen Giftmüllofen zu bauen

1992
Parallel zur United Nations Conference on Environment and Development (UNCED) in Rio findet im Freiburger Seepark ein großes internationales, politisches Jugend-Umweltfestival statt. Durch die UNCED Konferenz rücken auch im Dreyeckland die Fragen der Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und des Lebensstils in den Mittelpunkt der Umweltdiskussion.

1992
Freiburg wird "Ökohauptstadt". Ein Erfolg für die Umweltbewegung und die Menschen. Ökohauptstadt bedeutet, dass die weltweiten Zerstörungsprozesse in Freiburg langsamer ablaufen als in anderen Städten.

1993
Gründung der "Umwelt- und Projektwerkstatt", die im gleichen Jahr eine Sternradtour zum Thema Rassismus und Umweltschutz nach Magdeburg organisiert

1994
Der grenzüberschreitende Widerstand gegen die neue, umweltbelastende Flachglasfabrik in Hombourg (F) kann den Bau zwar nicht verhindern, erzwingt aber den Einbau modernster Technik zur Luftreinhaltung (Entstickungsanlage).

Usine Kaisersberg: Vorher

Usine Kaisersberg: Nachher

1994-1996
Usine Kaysersberg: Kampf gegen Rheinverschmutzung. BUND Geschäftsführer BUND-Geschäftsführer Axel Mayer entdeckt die letzte Papierfabrik am Rhein ohne Kläranlage. Der BUND verlangt die Abwasserreinigung der Papierfabrik Usine Kaysersberg in Neu Breisach (F) und die Beendung der Verschmutzung des Rheins. Nach massivem Druck und intensiver Öffentlichkeitsarbeit wird von der Usine Kaysersberg 1996 eine Kläranlage installiert und das Abflußrohr in den Rhein abmontiert..

29. November 1995
Bei einem Mordanschlag vor der Freiburger BUND - Ökostation wird Eva-Maria Christof erschossen und eine zweite Mitarbeiterin schwer verletzt. Der Täter oder die Täterin ist noch nicht gefasst, die Motive sind weiterhin unklar.

1995 und 1997
Ackerbesetzungen in Buggingen. Der gentechnische Freilandversuch der holländischen Firma van der Have in Buggingen (D) wird durch vielfältige Aktionen verhindert. Der Genmais mit Antibiotikagenen kann wegen zwei Ackerbesetzungen in Buggingen (D) nicht ausgesäht werden.



1996
Aktionen und Demonstrationen auch in Baden und Elsass gegen die französischen Atomtests auf den Atollen Muraroa und Fangataufa in Französisch-Polynesien

1996
Die Freiburger Solar-Fabrik wird als rein privat finanziertes, mittelständisches und von Konzernen unabhängiges Unternehmen gegründet. Mit Solarfabrik und Fesa entwickelt sich in der Region die Alternativenergie zur Wachstumsbranche.

Oktober 1996
Der langjährige Widerstand gegen den Ausbau der B31 durch Freiburg führt zur Besetzung des Konrad-Günther-Parks und zu den "Böhmischen Dörfern", einem Baumcamp als kreativer, gewaltfreier Widerstandsform gegen den Straßenbau. Räumung der "Böhmischen Dörfer" durch eine massive Polizeiaktion.

ab 1996
Zersiedelung, der Flächenverbrauch und die zunehmende Verscheußlichung Die der Rheinebene und des Breisgaus werden immer stärker zu Themen der regionalen Umweltbewegung.

1. Juli 1997
Erstmalig in Deutschland übernimmt in Schönau eine Bürgerinitiative die Stromversorgung einer Gemeinde. EWS nennt sich das Unternehmen seither, Elektrizitätswerke Schönau GmbH.

22. Dezember 1997
Anzeige gegen die Grundwasserversalzung durch die elsässischen Kaliminen und die salzhaltige Abraumhalde in Buggingen durch den BUND Regionalverband. Im Grundwasser finden sich bis zu 50 Gramm Salz im Liter Wasser.

1999
Beginn der Giftmülleinlagerung in der französischen Giftmülldeponie Stocamine Umweltschützer auf beiden Rheinseiten protestieren und warnen vor den Gefahren für Mensch und Umwelt.

1999
Keine Primatenzuchtstation in Holtzheim. Eines der umstrittensten Projekte im Elsass wurde 1999 endgültig verhindert. In Holtzheim bei Straßburg war ein Primatenzentrum geplant. 1500 Brüllaffen sollten dort jährlich 300 Versuchstiere für Tierversuche "produzieren". Gegen dieses ethisch sehr umstrittene Projekt waren jahrelang französische Umwelt- und Tierschützer, unterstützt von vielen Künstlern, angegangen.

1999
Der BUND Regionalverband entdeckt gentechnisch verunreinigtes Saatgut und zeigt die Produzenten an.

ab 2000
Zunehmender Widerstand am Hochrhein gegen die Pläne der Schweizer NAGRA , ein atomares Endlager in Benken am Rheinfall zu errichten

2000
Die zunehmende "Aldisierung" verdrängt auch in Südbaden mehr und mehr die kleinen und mittleren Ladengeschäfte des Einzelhandels. Folgen dieser Konzentrationsprozesse im Einzelhandel sind die Verödung der Innenstädte, Verlust von Arbeitsplätzen und Verlust von Lebensqualität. Gerade in kleinen Gemeinden und Dörfern wird die Versorgung des nicht automobilen Teils der Bevölkerung gefährdet.

21. September 2001
Chemieunfall und die Explosion in Toulouse. In einer Düngemittelfabrik kommt es zur Explosion von Ammoniumnitrat. Bei der Explosion werden große Teile der Stadt beschädigt. 31 Menschen sterben. Die Katstrophe wird medial "gut" gemanagt und löst so ein erstaunlich geringes öffentliches Interesse aus.

Juli 2002
Mit Dieter Salomon wird in Freiburg erstmals ein GRÜNER Oberbürgermeister einer Großstadt.

2002
Die Pläne zu Hochwasserrückhaltung und Naturschutz am Rhein, das Integrierte Rheinprogramm (IRP) , kommen südlich von Breisach in ein konkretes Stadium (Planfeststellung für "90 Meter Streifen"). Nicht zuletzt durch langjährige Lobbyarbeit der Umweltverbände werden die alten, technokratischen Pläne natur- und menschenverträglicher ausgestaltet. Örtlicher Widerstand verzögert das wichtige Projekt für den Hochwasserschutz am Rhein.

10. September 2002 GAU in der "modernsten, sichersten" Giftmülldeponie Stocamine / Elsass
Die "modernste und beste" Giftmülldeponie Frankreichs, die Stocamine, wurde 1999 im Elsass in Betrieb genommen. BUND und Alsace Nature hatten immer wieder auf die Gefahren hingewiesen. Am 10. September 2002 war dann ein Brand in der „sichersten“ Deponie Frankreichs in 500 Metern Tiefe in einem Stollen des Salz-Lagers ausgebrochen. Dort befanden sich 45.000 Tonnen "nicht brennbare" Industrieabfälle befanden, darunter Zyanid, Asbest, Arsen, sowie chrom- und quecksilberhaltige Substanzen. Das Feuer konnte erst zweieinhalb Monate später gelöscht werden. Umweltverbände von beiden Rheinseiten hatten die „neue“ Deponie schon im Planfeststellungsverfahren massiv kritisiert, waren aber nicht gehört worden. Wie so häufig haben die "Experten" und Behörden die Bedenken der Umweltschützer als Panikmache abgetan. Wie so häufig werden nicht die Verursacher sondern die Steuerzahler zur Kasse gebeten.
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25. September 2002
Erster Spatenstich bei der Müllverbrennungsanlage TREA in Bremgarten , obwohl noch kein Konzept für die Abwärmenutzung vorliegt. Der BUND macht massiv Druck, um diese Energieverschwendung zu verhindern. Erstaunlicherweise gibt es keinerlei öffentliches Interesse an den massiven, unerklärlichen Preisunterschieden zwischen Müllverbrennungsanlagen. Die geplante MVA TREA - Bremgarten, ausgelegt für 150 000 Jahrestonnen, soll 80 Millionen Euro kosten. Die alte MVA Ulm, ausgelegt für 101 000 Jahrestonnen, hatte noch 400 Mio DM gekostet.

Oktober 2002
Gründung des Fördervereins Zukunftsenergien, Solarregio Kaiserstuhl e.V. mit Sitz in Wyhl. Der Förderverein setzt sich unter der Überschrift "Kaiserstühler Bürger mobilisieren für Zukunftsenergien" für einen besseren Klimaschutz durch Projekte vom Bürger aus ein.

November 2002
Großer Erfolg für die Umwelt und den BUND - Gericht setzt in Sachen Kalihalde Buggingen das Verursacherprinzip durch: Die Kali und Salz AG muss die Kalihalde, aus der jährlich 4.200 Tonnen Salz ausgewaschen worden sind, sanieren.

17. Dezember 2002
Erneuter schwerer Chemieunfall bei der Firma Rhodia in Chalampé. Nach einer langen Phase des Vertuschens und Verheimlichens wird nach und nach bekannt, dass ca. 1200 Tonnen Cyclohexan ausgetreten und größtenteils ins Grundwasser versickert sind. Das entspricht dem Inhalt der Kesselwagen eines 300 Meter langen Zuges. Und das in einem Betrieb, der stündlich 28 Tonnen Blausäure produziert.

30. März 2003
Hans Filbinger gegen Windenergie. In einer Großanzeige der Badischen Zeitung stellt sich u.a. auch Ministerpräsident, AKW-Befürworter und Marinestabsrichter a.D. Hans Filbinger gegen die Nutzung der Windenergie. Seine Meinung "Wenn das AKW Wyhl nicht gebaut wird, gehen in Baden Württemberg die Lichter aus" scheint er geändert zu haben.

April 2003
Heftige Proteste auch in der Schweiz, dem Elsass und Südbaden gegen den englisch - amerikanischen Irak Krieg um Macht, Öl und Einfluss im Irak. Der Irak-Krieg ist eine Zuspitzung der weltweiten Kämpfe um Ressourcen.

03. April 2003
Im Vorfeld einer Abstimmung zum Thema Atomausstieg in der Schweiz veröffentlicht die "objektive, neutrale" HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen) eine geschickt manipulierende Presseerklärung unter der Überschrift: "Die schweizerischen Kernkraftwerke weisen einen hohen Schutz bei einem vorsätzlichen Flugzeugabsturz auf". Eine Studie der deutschen "Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit" über die Terror-Anfälligkeit grenznaher Atomkraftwerke, zeigt für fast baugleiche AKW das Gegenteil und straft somit die HSK lügen. So besteht der Verdacht, dass die HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen) die anstehende Volksabstimmung manipulieren wollte.

2003
Auch im Internationalen Jahr des Süßwassers bleibt die Wasser-, Grundwasser- und Trinkwassersituation im Rheingraben mehr als problematisch. An beinahe der Hälfte der Wasserpegel am Südlichen Oberrhein sind ein oder mehrere Grenzwerte für Trinkwasser (Salz, Nitrat, Atrazin....) überschritten.

26. Juni 2003Greenwash am OberrheinDas französische Atomkraftwerk Fessenheim erhält in Paris für "Schutz von Fauna, Flora und Orchideen um das Kernkraftwerk, für Mülltrennung u.a." die Umweltzertifizierung nach ISO 14001. Nach ähnlichen Alibiaktivitäten der Firmen Ciba, Stracel und EnBW ein weiteres schönes Beispiel für Greenwash in der Region.

Juli 2003
Mit der Gründung des so genannten Umweltvereins "Au fil du Rhin" (dt.: "Am Rhein entlang") in Fessenheim durch EnBW und EDF versuchen die beiden AKW-Betreiber den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung zu spalten. Auch die Kampagne für den Euroreaktor EPR, der von Siemens und Framatome irgendwann in Fessenheim gebaut werden soll, läuft unter dem Deckmäntelchen der Nachhaltigkeit. Das Trinationale Umweltzentrum Weil (TRUZ) lässt sofort nach Bekanntwerden der Hintergründe die Mitgliedschaft in "Au fi du Rhin" ruhen.

August 2003
Ein amerikanischer Maisschädling, wird erstmals im Elsass und im Baselland gefunden. Die gefunden 4 Exemplare von (Diabrotica virgifera) werden mit einer heftigen Giftdusche empfangen. 1,5 Tonnen Insektizide werden in einer umweltgefährdenten Hubschrauberaktion alleine im Elsass ausgebracht. 250 Menschen demonstrieren bei einer Regenschirmdemo in Hegenheim (F).Nur in der Schweiz wird der Maiswurzelkäfer kostengünstig und umweltfreundlich mit Fruchtfolgen bekämpft.

September 2003
6 Atomtransporte aus dem havarierten Schweizer Kernkraftwerk Lucens rollen insgrenznahe Zwischenlager für Atommüll nach Würenlingen (ZWILAG). Am 21.1.1969 hatte es im AKW Lucens einen schweren Reaktorunfall mit Kernschmelze gegeben. Seit diesem Schweizer Atomunfall ist die Atomlobby und die HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen) bemüht die Erinnerung an dieses Ereignis zu löschen.

26. September 2003
Eine hervorragende neue Studie "Erkundung des tiefen rheinnahen Grundwasserleiters zwischen Fessenheim und Breisach" bestätigte die alten Argumente des BUND zum Thema Grundwasserversalzung durch den Kaliabbau. Es ist allerdings unerklärlich, warum diese gute Studie, die 900 000 Euro gekostet hat, von den Europäischen SteuerzahlerInnen (u.a. Interreg II Gelder) finanziert wurde und nicht von der Firma Kali Salz AG und den französischen Kaliminen, den bekannten Verursachern der Versalzung. Warum wird bei großen, mächtigen Umweltverschmutzern das Verursacherprinzip nicht angewendet und warum sind hier die Behörden auf beiden Rheinseiten so mutlos? Es ist ein skandalöses Gerechtigkeitsdefizit, wenn das Verursacherprinzip stets nur bei kleinen Umweltsündern zum Zuge kommt.

12. Oktober 2003
Bei einer Kundgebung der Bürgerinitiative MUT fordern 7000 Menschen von der Bahn einen Tunnel unter den Maisfeldern des Markgräflerland.

November 2003
Nitratarmes Wasser für Endingen und Weisweil - Nach Sasbach musste auch die Stadt Endingen am Kaiserstuhl und die Gemeinde Weiweil einen millionenschweren neuen Brunnen bohren. Der Brunnen war nötig geworden, weil die Grenzwerte für Nitrat dauerhaft überschritten waren. Der teure neue Brunnen zeigt das Scheitern des Versuchs, den Düngemitteleintrag der Landwirtschaft ins Grundwasser zu reduzieren.

November 2003
Der schweizerisch - deutsche Luftstreit um den Anflug auf den Flughafen Zürich eskaliert. Die alten Nationalismen und traurige Feindbilder auf beiden Rheinseiten überlagern den Regio / Dreyeckland Mythos. In diesem Konflikt und der Art wie er ausgetragen wird, scheitert auch ein kleines regionales Stück Europa.

16. Januar 2004
Auch die Landesregierung lehnt die Skihalle in Sasbachwalden wegen negativer Umweltfolgen ab.

24. Januar 2004
Premiere in Fessenheim: Bei einem weltweit bisher einmaligen Störfall gelangen 300 Liter Harz in den Primärkreislauf des Atomkraftwerks. Obwohl die Betreiber EDF und EnBW keinerlei Ahnung haben, ob und wie sich das Harz im radioaktiven Primärkreislauf auswirkt, lassen sie aus Gewinngründen das Atomkraftwerk weiter in Betrieb und informieren die Öffentlichkeit mit den üblichen Verspätungen und Verharmlosungen. Vier Mitarbeiter werden beim Austausch von Filtern leicht radioaktiv verseucht. Da die Kraftwerksleitung keinerlei Lehren aus dem ersten Vorfall zieht, werden am nächsten Tag nochmals 3 Mitarbeiter leicht verstrahlt. Die Kraftwerkssprecherin Anne Laszlo behauptet geringe Strahlendosen wären ungefährlich und vergleicht die Inhalation der radioaktiver Substanzen mit dem Herunterfallen eines Hammers. Hier die Presseerklärung des BUND dazu.

24. April 2004
Über 2000 Menschen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz demonstrieren in Breisach und Fessenheim, gegen das marode Kernkraftwerk, gegen den geplanten Europäischen Druckwasserreaktor von Siemens und gegen "Au fil du Rhin", die grüngestrichene Tarnorganisation der EDF und EnBW. Die Aktion ist Start der alternativen "Tour de France" für den Atomausstieg.

Sommer 2004
Nach dem Hitze- und Dürrejahr 2003, häufen sich am Oberrhein auch im Jahr 2004 wieder die extremen Wetterereignisse. Da ist einerseits eine grosse Trockenheit im ersten Halbjahr, andererseits aber auch kleinräumige heftige Gewitter und Unwetter mit Starkniederschlägen und massiven Hagelschäden, insbesondere im Markgräflerland. Diese ersten Anzeichen der Klimaveränderung führen aber zu keinem Bewustseinswandel. Die Landesregierung und das Regierungspräsidium kämpfen für die EnBW gegen die Windräder am Schauinsland und Politiker aller Parteien sehen die Lösung der ökonomischen Probleme weiterhin nur im zerstörerischen, unbegrenzten Wachstum.

Sommer 2004
Der Streit um die Zollfreie Straße bei Basel eskaliert. Mit einer Besetzung versuchen Menschen des Großraumes Basel, den unötigen Straßenbau durch das wertvolle Naturgebiet zu verhindern.

Herbst 2004
Die Ökohauptstadt und Umwelthauptstadt Freiburg wird Sieger des Wettbewerbs "Zukunftsfähige Kommune" 2003 / 2004.

November 2004
Die Trea Breisgau, die regionale Müllverbrennungsanlage im Gewerbepark Bremgarten geht in Betrieb und verschwendet unglaubliche Abwärmemengen. Der Druck des BUND und die Bemühungen der Betreiber konnten diese Abwärmeverschwendung nicht verhindern. 50 Megawatt Abwärme werden in Zeiten weltweiter Klimaveränderungen in die Umwelt geblasen. Aber ein Megawatt Abwärmeleistung entspricht auf das Jahr gerechnet einer Energiemenge von ca. 870 000 Litern Erdöl/Jahr. (870 000 x 50 = 43 500 000 Liter Erdöl/Jahr!!!) Täglich wird eine Abwärmemenge entsprechend 119178 Liter Erdöl in die Umwelt geblasen. 50 MW Abwärme entsprechen dem Wärmebedarf von 52.083 Niedrigenergie-Wohnhäusern. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier

2004
Der Hunger tötet weit mehr Menschen als jeder gegenwärtig geführte Krieg oder Terroranschlag. Jean Ziegler, UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung schreibt in einem Bericht für die UNO, dass täglich 100 000 Menschen wegen fehlender Nahrung sterben. Im Jahr 2004 stirbt jede Sekunde ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen des Hungers. Im Jahr 2004 litten gemäß Ziegler 842 Millionen Menschen an chronischer Unterernährung. Die Tendenz ist steigend: Vor zwei Jahren waren es noch 826 Millionen Menschen gewesen. Nicht nur am Oberrhein wird dieses Thema ähnlich intensiv verdrängt, wie die Konzentrationslager in der Nazizeit.

Januar 2005
Nach über 50 Jahren laicht zum ersten Mal wieder ein Lachs in der Kinzig.

März 2005
In den letzten 10 Jahren haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für Erneuerbare Energien halbiert haben.

8. März 2005
Ein enttäuschendes VGH-Urteil in Sachen Bugginger Grundwasserversalzung bestätigt wieder einmal die Erfahrung, dass in Sachen Umwelt zumeist nur die „kleinen Sünder“ bestraft werden. Wer sich als Umweltverschmutzer teure Anwälte leisten kann (wie die Kali und Salz AG) kommt meistens ungeschoren davon. Die Sanierung der Altlast „Abraumhalde Buggingen“ wird durch dieses Urteil der Allgemeinheit aufgebürdet und das Verursacherprinzip ausgehebelt.

29. April 2005
Die Umweltverbände am Oberrhein und auch der BUND fordern in Sachen Neukonzessionierung des Kraftwerks Kembs mehr Wasser in den Restrhein zu leiten. OberrheinDas älteste, südlichste Wasserkraftwerk ambei Kembs befindet sich im Besitz der EDF und die Konzession läuft im Jahr 2007 aus. Damit die Ziele internationaler Programme wie "Rhein 2020" (aus dem Rhein einen Fluss voller Lachse zu machen), die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und des Hochwasserschutzprogramms der IKSR erreicht werden können, fordern die Umweltorganisationen, dass der Mindestabfluss im Restrhein 100m3/s beträgt und die Abflüsse das ganze Jahr über an die Abflüsse z.B. am Pegel bei Basel oder Rheinfelden angepasst werden (naturnahe statt konstante Abflüsse). Aus dem „Restrhein“ muss wieder ein naturnaher Fluss für Mensch, Lachs, Kormoran und Eisvogel werden.

11. Mai 2005
Der Ausstiegsbeschluss der rot-grünen Bundesregierung führt zur Abschaltung des Atomkraftwerk Obrigheim. Fast gleichzeitig wird ein schwerer Atomunfall in der britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield bekannt. Das Regierungspräsidium Freiburg und der Regionalverband Südlicher Oberrhein verstärken ihre Verhinderungsplanung gegen Windräder in Südbaden und setzen so die politischen Vorgaben der Stuttgarter Atomparteien und der EnBW um.

Juni 2005
Der Benzinpreis erreicht auch in Südbaden mit Preisen von bis zu 1,25 Euro/Liter Superbenzin seinen bisherigen Höchststand. Das weltweit knapper werdende Öl löst beim abhängigen Patienten Mensch klassische Suchtsymptome aus. Statt Energie zu sparen und Alternativen zu fördern rufen wachstumsgläubige Politiker nach einer intensiven Ölförderung und nach der noch härteren Energiedroge Atomenergie.

17. Juni 2005
Der Trinationale Atomschutzverband TRAS der Bevölkerung um das AKW Fessenheim wird von Vertretern aus Frankreich, Deutschland und aus der Schweiz in Basel gegründet.

22. Juni 2005
Die Schweizer Atomlobby manipuliert eine Internet Abstimmung über die Sicherheit von AKW. Eine Internetumfrage der Zeitung "Schweizer Beobachter" zur Frage „Sind die Schweizer AKW sicher?" wurde aus der Zentrale der Hauptaktionärin des AKW Leibstadt, der NOK, gezielt manipuliert. Dies ist die erste nachgewiesene Manipulation einer Online-Abstimmung einer Zeitung durch die Atomlobby.

September 2005
Der Bundestagswahlwahlkampf steuert mit Getöse seinem Höhepunkt entgegen. "Unbegrenztes Wachstum ist dauerhaft möglich und die einzige Lösung aller Probleme" ist die nicht hinterfragte, zentrale Botschaft von FDP und CDU, aber auch fast aller anderen Parteien. Der BUND Regionalverband kritisiert die Mythen vom unbegrenzten Wachstum in einem Thesenpapier. Bei einem anhaltenden Wachstum von 3% verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung.

November 2005
In den Vorstädten Frankreichs, in Paris aber auch im Elsass, in Straßburg und Mulhouse brennen Autos. Zur Umweltverschmutzung kommt immer auch die Innenweltverschmutzung. In trostlosen Vorstädten, mit fehlgeplanter Massenmenschhaltung, kumuliert eine verfehlte Einwanderungspolitik und eine ungerechte Verteilung von Chancen und Arbeit zu massiven Jugendkrawallen. Während eine verfehlte Politik, auch in Deutschland, auf eine Verlängerung der Wochen- und Lebensarbeitszeit setzt, bleibt ein größer werdender Teil der Menschen dauerhaft und gänzlich ohne Arbeit. Die Krawalle sind auch ein Menetekel zukünftiger sozialer Entwicklung. Info: Ökologie neue Armut und soziale Gerechtigkeit

Dezember 2005
Nach der öffentlichen Auflage des Entsorgungsnachweises für ein politisch gewolltes, geologisch schlechtes Atommüllendlager am Rheinfall (Benken) gehen rund 3800 Stellungnahmen ein. Die vielen Einsprüche sind ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Umweltorganisationen im Dreyeckland.

10. Dezember 2005
Der Friedensnobelpreis wird im Rathaus von Oslo an die IAEO/IAEA verliehen. Eine Initiative aus Südbaden löst eine weltweite Protestkampagne gegen diese Fehlentscheidung des Nobelpreiskomitees aus. Mit dem Friedensnobelpreis für die IAEA wird der atomare Bock zum Gärtner gemacht.

Jahresende 2005
Im Jahr 2005 hat in Freiburg die Zahl der Suizide, im Vergleich zu 2004 um 55 % zugenommen. Im Jahr 2005 hat in ganz Baden Württemberg die Zahl der Selbstötungen von 1366 auf 1422 zugenommen. Wachstumsgesellschaften mit zunehmender sozialer Destabilität zeichnen sich u.a. durch eine hohe Selbsttötungsrate aus.Info: Umwelt, neue Armut und soziale Gerechtigkeit

2006
Der Atomkonzern EnBWschmückt sich seit dem Jahr 2006 mit dem„Umwelt“zertifikat nach ISO 14001. Der Konzern, der seinen Strom u.a. aus überalterten, umweltbelastenden und gefährlichen Atomanlagen bezieht, versucht sich so ein grünes Image zu geben.

Winter 2006
Nachdem im Jahr 2005, nach 50 Jahren, der ersten Lachslaich in der Kinzig gefunden wurde, gab es 2006 nach über 100 Jahren den ersten Lachslaich in der Murg.

Januar 2006
Zu Beginn des Jahres 2006 lag die Staatsverschuldung bei ca. 1469 Milliarden EURO und die Neuverschuldung nimmt zu (im Jahre 2004 ca. 69 Mrd. EURO neue Schulden). Die Verschuldung pro Kopf der Bevölkerung betrug etwa 17.000 EURO. Der Staat gab jeden siebten Steuer-Euro für Zinsen aus. In einer Zeit in der die bestehende Infrastruktur in Deutschland fast nicht mehr unterhalten werden kann, fordern auch südbadische Politiker immer unsinnigere neue, teure Projekte (Parkhaus am Feldberg, neue Straßen, Flugplatz Lahr...). Wenn diese, mit Schulden gebauten, Projekte dann irgendwann endlich abgezahlt sind, beginnen die teuren Reparaturen.

Januar 2006
Erfolg für Mensch und Umwelt am Oberrhein. Die Straßburger Hausmüllverbrennungsanlage wurde nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen endlich entgiftet. Nach jahrzehntelangen Protesten von Umweltschützern von beiden Seiten des Rheins wurden 35,8 Millionen Euro in die absolut notwendige Entgiftung der MVA gesteckt. Luftreinhaltung, technischer Fortschritt und bessere Umweltgesetze fallen nicht vom Himmel, sie wurden und werden immer auch von UmweltschützerInnen erstritten.
Nach Angaben der Betreiber sollen statt bisher vier nun nur noch 0,1 Nanogramm Dioxine pro Kubikmeter Abluft "freigesetzt" werden. Stand der Technik sind tatsächlich die in ersten Messungen erreichten 0,01 Nanogramm Dioxine pro Kubikmeter Abluft. Auch im Bereich Stickoxide und Stäube gab es große, erfreuliche Fortschritte.

Anfang des Jahres 2006
hat das Amtsgericht Mulhouse (F) ein skandalöses Urteil in Sachen Umwelt verkündet. Hintergrund war die gravierende Grundwasserverschmutzung vom Jahreswechsel 2002 – 2003 bei der Rhodia in Chalampé. Unbemerkt war damals die unglaubliche Menge von 1200 Tonnen (!) Cyclohexan „ausgetreten“ und teilweise ins Grundwasser versickert. Nur 7500 Euro Bußgeld für 1200 Tonnen Cyclohexan im Grundwasser muss die Firma Rhodia in Chalampé jetzt zahlen.

Februar 2006
Auch in Freiburg und Südbaden gibt es Streiks von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gegen die geplante Arbeitszeitverlängerung. In Zeiten in denen durchRationalisierung, Effizienzsteigerung und Globalisierung die Arbeit immer weniger wird, sollen die „Noch“-Beschäftigten immer länger arbeiten, anstatt die weniger werdende Arbeit besser zu verteilen. Einer gestressten, überarbeiteten, gleichzeitig aber abnehmenden Zahl von Beschäftigten stehen immer mehr Arbeitslose, Dauerpraktikanten, Ein-Euro-Jobber und andre „Working Poor“ gegenüber. U.a. die sozialen Folgen einer solchen Politik, in der die Schere zwischen Arm und Reich und zwischen Arbeitslosen und Arbeit habenden immer größer wird, haben 2005 in Frankreichs Vorstädten zu massiven Krawallen und sozialer Destabilität geführt. Ausgerechnet im rot-grünen Freiburg werden Leiharbeiter als Streikbrecher eingesetzt um den Streik zu unterlaufen. Erschreckend ist der massive Einfluss neoliberaler ThinkTanks auf die öffentliche Debatte. "Arbeitszeitverlängerung schafft Arbeitsplätze", diese Lebenslüge ist der Tenor der Berichterstattung und "Zwei und zwei ist fünf", könnte man hinzufügen.

6. Februar 2006
Weil - Basel - Baubeginn für Zollfreie Straße: 110 Bäume entlang des Wieseflusses wurden gefällt, um der umstrittenden „Zollfreistraße“ Platz zu machen.

März 2006
Französische Politiker gegen AKW Fessenheim: Im Elsass haben 110 gewählte Abgeordnete verschiedener Parteien und verschiedener politischer Ebenen - Europaparlament, Gemeinderäte, etc. - die Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim gefordert.

21. März 2006
Das Amtsgericht Mulhouse (F) verkündet ein skandalöses Urteil in Sachen Umwelt. Hintergrund war die gravierende Grundwasserverschmutzung vom Jahreswechsel 2002 – 2003 bei der Rhodia in Chalampé. Unbemerkt war damals die unglaubliche Menge von 1200 Tonnen Cyclohexan ausgetreten und teilweise ins Grundwasser versickert. Nur 7500 Euro Bußgeld für 1200 Tonnen Cyclohexan im Grundwasser muss die Firma Rhodia in Chalampé jetzt zahlen. Im Vergleich mit Urteilen bei kleinen Umweltstraftaten kann wohl von einem großzügigen "Mengenrabatt" ausgegangen werden.
Presseerklärung des BUND

Frühsommer 2006
Das französische AKW Fessenheim hat keine Kühltürme und setzt zu hundert Prozent auf die für die Betreiber EDF und EnBW profitable, für den Rhein aber höchst problematische Flusswasserkühlung. Im warmen Frühsommer 2006 wurde die kritische Hitzemarke beinah erreicht. Der Rhein darf durch die beiden Kraftwerksblöcke im Juni, Juli und August um skandalöse 4 °C und im September, Oktober, November, März, April und Mai um 6,5 °C erwärmt werden. Im Dezember, Januar und Februar darf der Rhein sogar um 7 °C wärmer werden. Bis auf 30 °C darf das Atomkraftwerk den Rhein aufheizen. Wenn alle Kraftwerke am Rhein auf Kühltürme verzichtet hätten, wäre der Rhein biologisch tot..
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/projekte/fessenheim/rheinerwaermung.htm

Herbst 2006
Der Ruf nach einem Rückzug Deutscher Soldaten aus Afghanistan wird lauter. Das so genannte «Kommando Spezialkräfte» der Bundeswehr KSK wird ohne ausreichende parlamentarische Kontrolle in Afghanistan eingesetzt. Wer Menschenrechte schützen will, darf diese nicht bei "Enduring Freedom" verletzen oder sich zum Helfershelfer von Menschenrechtsverletzungen machen.

Herbst 2006
Die Wälder am Oberrhein und im Schwarzwald sind auf Grund der Trockenheit, des Klimawandels und der Luftschadstoffe in einem verheerenden Zustand. Das öffentliche und veröffentlichte Interesse am Thema ist minimal.

2006
Geheimgehaltene Genmaisverursuche am Oberrhein hat die Genlobby von 1999 bis 2004 durchgeführt. Dies wurde 2006 bekannt. Ein (nie zugegebenes ) Ziel solcher Versuche ist es, eine Kontamination der umliegenden Felder zu erreichen. Inseln gentechnikfreier Nahrungsproduktion stören die Gewinninteressen der Industrie und ihrer Lobby in den Parlamenten. Irgendwann sollen die VerbraucherInnen nur noch die Wahl zwischen stark und leicht gentechnisch veränderten Nahrungs-mitteln haben. So soll Zwangsakzeptanz für Genfood geschaffen werden.

Dezember 2006
AKW Fessenheim und Terrorgefahr: Einen geheimen Brief der Umweltverbände in Sachen „Schutz des AKW Fessenheim vor Terrorgefahren“ wurde von Behördenvertretern leider veröffentlicht. Der BUND und die grenzüberschreitenden Umweltverbände wollen die Schließung eines Dammweges beim AKW Fessenheim. Von diesem Weg aus trennt nur noch der Seitenkanal des Rheins, ein lächerlich niedriger Zaun und dünner Beton einen möglichen Angreifer vom radioaktiven Reaktorkern und vom noch schlechter geschützten Zwischenlager für Atommüll. Erschreckend ist die Tatsache, dass überall der Überwachungsstaat ausgebaut und BürgerInnenrechte eingeschränkt werden. Dort wo allerdings konkrete Gefahren bestehen, schlafen AKW Betreiber, Behörden und Politik.

Jahreswechsel 2006 - 2007
Die Mehrwertsteuer wird erhöht. Die Konzerne zahlen immer weniger Steuern und die Steuerlast wird auf die kleinen und mittleren Einkommen umverteilt

Jahreswechsel 2006 - 2007
Rekord bei den weltweiten Militärausgaben
Die Kriegsführung der USA im Irak und in Afghanistan hat die weltweiten Rüstungsausgaben im Jahr 2006 auf ein Rekordniveau getrieben. Sie erreichten nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri mehr als 1,2 Billionen Dollar. Auch der Waffenhandel zieht wieder an. Hinter den USA und Russland war Deutschland 2006 der drittgrößte Exporteur von Militärmaterial.
1204 Milliarden Dollar betrug die Summe der Militäretats, das sind 184 Dollar (136 Euro) pro Kopf der Weltbevölkerung und elf Dollar mehr als im Jahr davor. Um die von der UNO festgelegten Milleniumziele zu erreichen, zu denen unter anderem die Eliminierung von extremer Armut und Hunger, universale Grundschulausbildung und die Reduzierung der Kindersterblichkeit zählen, wären 135 Milliarden Dollar nötig, rund 20 Dollar pro Weltbürger — eine Investition, die "nicht nur die Lebensbedingungen verbessern, sondern indirekt auch die internationale Sicherheit stärken würde" , meint Sipri.
Im letzten Jahrzehnt stiegen die Rüstungsausgaben um 37 Prozent, "hauptsächlich durch die kostspieligen Militäroperationen der USA in Irak und Afghanistan" , stellt Sipri fest. Mit einem Anteil von 46 Prozent steht das Pentagon für nahezu die Hälfte der weltweit ausgegebenen Rüstungsgelder. Quelle: Badische Zeitung 12.6.2007

Januar 2007
Das Nuklearforum Schweiz lässt seine Atompropaganda von Burson Marsteller organisieren.Es gibt keine menschengemachte Klimaveränderung und wegen dieser drohenden Klimakatstrophe brauchen wir dringend mehr Atomkraftwerke“ lauten die recht widersprüchlichen Werbebotschaften von Burson Marsteller, einer der weltgrößten PR Agenturen, die jetzt auch für das Schweizer Nuklearforum arbeitet.

Februar 2007
Die Überlegungen neue Kernkraftwerke in die Schweiz nach Beznau, Leibstadt oder Mühleberg zu bauen werden konkreter

März 2007
Erstmals seit 1912 ist der sichere Nachweis über ein Vorkommen der Wildkatze in Baden-Württemberg gelungen. Die Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt haben ein Vorkommen der scheuen Tiere rund um den Kaiserstuhl bestätigt

April 2007
Eine Metall- und Schrottverwertungsanlage der Skandal - Firma GDE-Guy Dauphin Environnement soll im elsässischen Nambsheim gebaut werden. Monatlich sollen 32 750 Tonnen Schrott verarbeitet werden. In der Hauptwindrichtung liegen die Tourismus- und Weinbaugebiete des Tunibergs und des Kaiserstuhls. Die umweltbelastende Schwerindustriezone nördlich von Fessenheim soll massiv ausgebaut werden

April 2007
Die Werbung für umweltschädliches elektrisches Heizen, für Elektroöfen und Nachtspeicherheizungen nimmt zu. Die Energiekonzerne versuchen neue Abhängigkeiten zu schaffen

April 2007
Es häufen sich Hinweise auf einen drohenden Krieg gegen den Iran: Dieser Iran - Krieg wäre ein Atom-kraft-waffen-krieg!

April 2007
Deutsche Tornados sind im Süden Afghanistans im Kriegseinsatz. Die Entscheidungen über eine noch stärkere Beteiligung Deutschlands an diesem Krieg, am Hindukusch wird ohne große öffentliche Debatte gefällt. Noch gibt es erst vereinzelte Proteste

Mai 2007
Der BUND, der NABU und die AGUS sagen Nein zu TREA II. Sie lehnen eine zweite Müllverbrennungsanlage im Markgräflerland ab. Die Badische Zeitung berichtet nicht über den Verbändeprotest

Mai 2007
In den größten Dopingskandal der deutschen Radfahrgeschichte sind auch Ärzte der Universitätsklinik Freiburg verwickelt. Flächendeckendes Doping ist auch ein Ausdruck einer perversen Leistungsgesellschaft.

31.Mai 2007
Industriegesteuerte Schein – Gewerkschaft aufgeflogen. Der in Haft sitzende Ex-Chef der „konzernfreundlichen“ Gewerkschaft AUB, Wilhelm Schelsky, hat sein öffentliches Schweigen gebrochen und den Vorstand des Münchener Siemens-Konzerns schwer belastet. "Ich war verdeckt als Lobbyist für Siemens tätig. Es gab einen klaren Auftrag aus der Konzernspitze. Der Plan kam aus dem Zentralvorstand" , sagte der industriegelenkte Boss der Scheingewerkschaft AUB dem Magazin Stern. Industriegelenkte Schein – Bürgerinitiativen und industriegelenkte Umweltverbände wie „Entlang des Rheins / au fil du rhin“ gibt es schon länger.


2007
Gegen die Eindeichung der Ill
Während in Deutschland viele Bäche und Flüsse zu eingedeichten Kanälen geronnen sind, gibt es in Frankreich immer noch viele unbegradigte, naturnahe Gewässer, die natürlichen Hochwasserschutz bieten.
Die französische Ill am Südlichen Oberrhein tritt im Frühjahr häufig über die Ufer und überflutet große Flächen ohne Schäden anzurichten. Doch jetzt wollen französische Planer auf Druck der Landwirtschaft die alten deutschen Fehler nachmachen. Die Ill soll eingedeicht werden. Alsace Nature, der große elsässische Umweltverband wehrt sich gegen diese Pläne die Hochwasserschutz und Naturschutz gefährden.

2007
Nie waren die Schornsteine grüner... Je mehr der Klimawandel 2007 politisch in den Vordergrund rückte, desto „grüner“ wurden die Anzeigen der Kohle- und Atomkonzerne , insbesondere der EnBW. Die Forderung nach Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke dient auch der psychologischen Entlastung vieler Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten ihnen jetzt eine schöne Illusion, mit der sie sich scheinbar aus der Verantwortung stehlen können.
hier

Sommer 2007
"Au fil du Rhin" verschwindet... In Fessenheim versuchten die beiden AKW-Betreiber EDF und EnBW den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung nach amerikanischem Vorbild zu spalten und zu kaufen. Vier Jahre lang hat sich der BUND intensiv mit dem Greenwash-Verein Aufildurhin auseinander gesetzt und intensiv gegengehalten. Im Winter 2007 berichtet die Süddeutschen Zeitung über das "Verschwinden von "Au fil du Rhin".

Sommer 2007
Keine zweite Müllverbrennungsanlage TREA II und keine Müll(fern)transporte nach Bremgarten.
50 Megawatt Abwärme, d.h. täglich das Wärmeäquivalent von 120 000 Litern Erdöl, wird von der TREA I ungenutzt an die Umwelt abgegeben. 2007 war in Bremgarten eine zweite MVA in Planung, für die der Müll aus großer Entfernung herangekarrt worden wäre. Politischer Druck verhindert diese Fehlplanung.

Sommer 2007
Die geplante, „Stinkefabrik“ (Auto-Schredderanlage) problematische am Rhein bei Nambsheim (F) wird (vermutlich) nicht gebaut. Das Problem der geplanten 456 Hektar Industriezone nördlich von Fessenheim aber bleibt.

Sommer 2007
Der "Maiswurzelbohrer“ ist 2007 am Oberrhein erstmals angekommen. Jetzt entscheidet sich, in welche Richtung sich die Landwirtschaft langfristig entwickeln wird. Wird der Monokulturwurzelbohrer mit Gift und Genmais oder mit ökologisch und ökonomisch sinnvollen Fruchtfolgen bekämpft? Die in der Schweiz praktizierten Fruchtfolge ist eine erfolgversprechende Alternativen zu Gifteinsatz und Genmais.

Sommer 2007
In diesem Jahr rückte die Bedrohung des AKW Fessenheim durch Erdbeben und Terrorismus in den Vordergrund. Auf der ungesicherten Ostseite des Atomkraftwerks gibt es einen für jedermann nutzbaren Fahrweg mit „freiem Blick“ auf das Atomkraftwerk.

Sommer 2007
Endlich wird eine der problematischsten Altlasten in Südbaden saniert: die ehemalige Teninger Müllkippe an der Autobahn. Die im Volksmund "Schuttloch" genannte Deponie zeigt exemplarisch, wie leichtfertig und verantwortungslos in der Vergangenheit mit gefährlichen Giften umgegangen wurde. Ärgerlich ist aber auch, dass wie so häufig die Allgemeinheit für die Kosten aufkommt. 5,2 Mio. Euro soll die jetzt geplante Sanierung kosten, für die das Land (zu 86,25%) und die Gemeinde - also immer wir SteuerzahlerInnen - zahlen müssen.

Dezember 2007
Drei illegale Werbeschilder an der Autobahn werden abgebaut.
Die BUND-Initiative gegen die illegale „Verschilderung“ der Landschaft war erfolgreich. Ein IKEA-Schild in Teningen und zwei große Werbebanner bei Hartheim (Mc Donalds) an der Autobahn werden abgebaut.

Frühjahr 2008
Gemeinsam mit der französischen CSFR hat der BUND in einer Medienmitteilung den französischen Staatspräsidenten Sarkozy kritisiert. Er versteht sich nicht nur als Staatspräsident, sondern auch als „Außendienstmitarbeiter der EDF“ und will Atomkraftwerke an den libyschen Staatspräsidenten Ghaddafi und auch in andere Spannungsgebiete verkaufen. Doch die Beispiele Pakistan, Nordkorea und evtl. auch Iran zeigen: Wer AKW hat, kann in Kürze auch Atomwaffen haben. So gefährdet Herr Sarkozy mit seinen atomaren Exportwünschen langfristig den Frieden auf diesem Planeten. Die Medien hatten an dieser Meldung kein großes Interesse. Umso häufiger war er mit seiner damaligen Geliebten und jetzigen Frau Bruni in der Presse. Wir hatten der großen Illusionsmaschine das falsche Futter gegeben. Wer interessiert sich für langfristige Gefährdung von Umwelt und Frieden, wenn über hübsche Affären berichtet werden kann?

Frühsommer 2008
Ein massives, verheerendes Bienensterben schädigt ca. 11500 Bienenvölker am Oberrhein. Hintergrund sind wieder einmal Pleiten, Pech und Pannen bei der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers.

Bayer Gift & Bienen

Die Bienenvergifter haben einen Namen: Verantwortlich für die Produktion der Saatgutbeize „Poncho“, mit dem "Wirkstoff" genannten Nervengift Clothianidin, ist die Firma Bayer CropScience. CDU Landwirtschaftsminister Hauk steht wie immer fest an der Seite der Agrochemielobby.

2008
Eine weltweite Finanzkrise wird zur weltweiten Wirtschaftskrise. Diese Krise Krise ist auch eine Umweltkrise, die Krise eines nicht nachhaltigen und nicht zukunftsfähigen Systems, ein Teilzusammenbruch der Raubbauwirtschaft.

Spätsommer 2008
Die so genannte Kontrollkommission CLS des französischen AKW Fessenheim hat einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Vorsitzende Pierre Schmitt wurde abgelöst durch den Bürgermeister von Ensisheim und Generalrat Michel Habig. "Herr" Habig ist ein vorbestrafter Brandstifter. Er hat die alte Geschichte der Pogrome am Oberrhein fortgesetzt und die Wohnwagen von Roma angezündet. Es ist eine Peinlichkeit, politische Dummheit und Blamage ersten Ranges für das Elsass, Herrn Habig weiterhin mit öffentlichen Ämtern zu betrauen.

Das Jahr 2008 war das Jahr einer traurigen „Rechthaberei“ für die Umweltbewegung
Viele alte Aussagen und Thesen des BUND und der Umweltbewegung wurden bestätigt. Wir hatten in der Vergangenheit immer gesagt, dass große Autos und Benzinschlucker nicht zukunftsfähig sind. Wir haben vor Cross Border Leasing gewarnt und schon vor Jahrzehnten mit dem Club of Rome auf die Endlichkeit der Rohstoffe und der atomaren wie fossilen Energievorräte hingewiesen. Während die Endlichkeit von Gas und Erdöl zwischenzeitlich offen diskutiert und anerkannt wird, wird die Beschränktheit der Uranvorräte von den Konzernen und Lobbyisten (vorerst) mal wieder bestritten.

18. Januar 2009
Wolfgang Clement und Dagmar Metzger, beide indirekt im Sold der RWE und EON stehend, gewinnen für die Atomkonzerne und das AKW Biblis, die Wahl in Hessen.

2009
EnBW und EDF wollen das AKW Fessenheim durch eine so genannte OSART Mission der IAEO grünwaschen. Initiiert wurde diese "Kontrolle" auch durch südbadische Atomlobbyisten.

2009
Die weltweite Finanzkrise / Wirtschaftskrise, die Krise der Habgier und der globalen Raubbauwirtschaft, verschärft sich.

Deutsch-Französische Brigade

27. Juli 2009
1500 Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade marschieren, teilweise mit aufgepflanztem Bajonett, durch Müllheim. Ca. 200 DemonstrantInnen protestieren gegen den Militäraufmarsch und gegen denMilitäreinsatz in Afghanistan . Klatschende Angehörige der Soldaten, örtliche Prominenz und jubelnde Militärbegeisterte zeigen die wieder einmal die archaische Faszination, die von Waffen, "Kriegern" und vom Töten ausgeht.

27. September 2009
Bei der Bundestagswahl gewinnen die Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON und ihre Lobbyisten in den Atomparteien FDP und CDU. Der Atomausstieg soll auf Druck der Konzerne rückgängig gemacht werden. Die neoliberalen Grundideen der jetzt gewählten Mitte-Rechtskoalition haben die Wirtschaftskrise 2008-2009... verursacht.

3. Oktober 2009
"Friedlich - Freundlich - Selbstbewusst und Stark!“ demonstrieren ca. 10 000 französisch-deutsch-schweizer UmweltschützerInnen in Colmar gegen das französische Atomprogramm und insbesondere gegen das altersschwache Atomkraftwerk Fessenheim. Der Präfekt Pierre-André PEYVEL und Gilbert MEYER, der Bürgermeister von Colmar, versuchen mit allenMitteln
die Kundgebung zu behindern. 3000 französische Polizisten verwandeln Colmar in eine Festung und zeigen was der Atomstaat Frankreich zu bieten hat.

4. November 2009
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stellt die aktuelle Rote Liste der weltweit bedrohten Tiere und Pflanzen vor. 17.291 und damit mehr als ein Drittel der 47.677 untersuchten Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Liste erfasst nur einen Bruchteil der weltweiten Artenvielfalt. Der WWF geht davon aus, dass mehr als 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten den Planeten besiedeln. Deshalb ist auch die Zahl der gefährdeten Spezies noch viel größer.

29. November 2009
Die Schweiz ist das erste Land der Welt, das die Errichtung von neuen Minaretten untersagen will. Nach einer aggressiven Kampagne verbucht die rechtspopulistische SVP einen erschreckenden Erfolg: Rund 58 Prozent der Bürger, bei einer Wahlbeteiligung von 54 Prozent, sagten Ja zu einem Bauverbot. Die Angst vor dem Fremden lässt sich (nicht nur in der Schweiz) hervorragend instrumentalisieren. Das Abstimmungsergebnis zeigt wie der Fundamentalismus, nicht nur in muslimischen Ländern, weltweit zunimmt und den Frieden bedroht. Das Zeitalter der Aufklärung liegt nicht hinter uns, sondern, wenn wir Glück haben, vor uns.

Vom 7. bis 18. Dezember 2009
fand in Kopenhagen die gescheiterte UN-Klimakonferenz statt. Das skandalöse Scheitern des Klimagipfels hat viel mit der "erfolgreichen" Arbeit der weltweit gut organisierten Klimawandelskeptiker zu tun. Die Strippenzieher der Öl-, Kohle-, und Autokonzerne haben insbesondere in den USA "gute Arbeit" geleistet.

2009 Die Katastrophe hat längst begonnen
Gerne wird in den Medien und der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert ob der Welt (und Südbaden) ökologische oder andere Katastrophen drohen. Doch Realität ist, dass diese Katastrophe schon stattfindet, nur eben bisher noch nicht bei uns am Oberrhein und vor allem gut verdrängt.
Von 2008 bis 2009 stieg global die Zahl der chronisch hungernden Menschen von 850 Millionen auf über eine Milliarde. Dies ist eine unvorstellbare Katastrophe die u.a. ökologische und ökonomische Ursachen hat und es ist auch eine Verteilungsfrage.

Im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010
sind Feldlerchen und Rebhühner in vielen Gebieten der Rheinebene bereits verschwunden. Der große Brachvogel und der Kiebitz stehen hier vor dem Aussterben.
Die Artenvielfalt in Südbaden und im Elsass ist bedroht.

1. September 2010
Das französische Atomkraftwerk Fessenheim hat seit dem 1. September 2010 eine eigene, aus 38 Personen bestehende Polizeitruppe, „zum Schutz vor Katastrophen und Zwischenfällen“.
Die Idee alternde Atomanlagen mit Polizeitruppen zu schützen entspringt einem rückwärtsgewandten Sicherheitsdenken aus der Vor-AKW-Zeit. Die Polizisten sollen die Illusion von Sicherheit erzeugen. Vor den realen Gefahren des alternden AKW schützen sie die Bevölkerung aber nicht.
Info

5. September 2010
Die schwarz-gelbe Atomkoalition hat am 5.9.2010 die Forderung der Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON erfüllt und sich auf eine Verlängerung der Gefahrzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt.
Die Bundesregierung verlängert die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre. Bleibt es bei dieser skandalösen Entscheidung, dann geht das letzte deutsche AKW frühestens 2040 vom Netz. Es ist zu erwarten, dass die AKW noch länger betrieben werden sollen und dies nach dem Prinzip der Salamitaktik durchgesetzt werden soll. Die Entscheidung bedeutet mehr Atommüllproduktion, mehr Kinderkrebs in der Umgebung von Atomkraftwerken und insbesondere mehr atomares Risiko durch überalterte Atomanlagen. Es bedeutet aber auch satte Profite für die Atomkonzerne auf Kosten der Allgemeinheit.
Der riskante Betrieb von Atomkraftwerken funktioniert nur in Ländern, in denen die politisch Verantwortlichen nicht damit rechnen müssen, im Falle eines schweren Unfalls zur Rechenschaft gezogen zu werden.

September 2010
Experten bestätigen die alten Befürchtungen des BUND in Sachen Stocamine. Die sicherste, beste, modernste und jetzt marode Giftmülldeponie gefährdet das Grundwasser im Elsass und am Oberrhein. Info

September 2010
Der Streit um das Protzprojekt Stuttgart 21 eskaliert. Obwohl die Staatsverschuldung im September 2010 bei 1.776.986.500.980 Euro (1777 Milliarden) liegt, halten "konservative" Politiker weiter an den teuren Plänen fest.
Info

Stuttgart 21

Stuttgart 21: Schaden für Baden & Schwaben


9. Dezember 2010
In Offenburg wird die Trinationale Metropolregion Oberrhein gegründet. „Eine Metropolregion ist eine stark verdichtete Großstadtregion von hoher internationaler Bedeutung.“ (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie) Eines der Ziele der Metropolregion Oberrhein ist eine rasche Verwirklichung der europäischen Verkehrsprojekte am Oberrhein (Verkehrsdrehkreuz Oberrhein) Die "Natur am Oberrhein" kommt als Feigenblatt zum Schluss und von Nachhaltigkeit kein Wort. "Fortschritt am Oberrhein" war bisher fast immer die Metapher für Verkehrslärm, Flächenverbrauch, Zersiedelung, Zerstörung von Kultur, Natur und Lebensräumen und Heimatverlust. Infos: hier

11. März 2011
Die atomare Katastrophe in Fukushima trifft auch in Südbaden auf eine höchst aktivierte und motivierte Umwelt- und Anti-Atombewegung. Die von der schwarz gelben Bundesregierung umgesetzte Gefahrzeitverlängerung für AKW, die massiven Konflikte um das überteuerte Protz- und Immobilienprojekt Stuttgart 21, ein rückwärtsgewandter Ministerpräsident Mappus und die anstehenden Landtagswahlen haben schon vor dem Atomunfall zu einer Vielzahl von Aktionen und Demonstrationen geführt. Während aus den Reaktoren in Fukushima Radioaktivität und aus den Verlautbarungen von Tepco, AREVA, IAEA und der japanischen Regierung Lügen quellen vervielfältigen sich Aktionen und Demonstrationen in Südbaden aber auch im Elsass und der Nordschweiz.
  • In direkter Folge der Reaktorkatastrophe wird die CDU-FDP Landesregierung und Ministerpräsident Mappus abgewählt. 57 Jahre ununterbrochene Regierungsbeteiligung der CDU in Baden-Württemberg sind zu Ende.
  • Mit Winfried Kretschmann wird der erste GRÜNE Ministerpräsident. GRÜN-rot kommt an die Regierung (und wähnt sich fälschlicherweise an der Macht).
  • In der Schweiz nehmen die Proteste gegen die geplanten neuen AKW, im Elsass der Widerstand gegen das AKW Fessenheim zu. In einer gemeinsamen grenzüberschreitenden Aktion blockieren am 25. 4. 2011 viele 1000 DemonstrantInnen 11 Rheinbrücken zwischen Straßbourg und Bodensee und am 28.5.11 demonstrieren in Freiburg ca. 8000 Menschen gegen die Atomenergienutzung.
  • Auch die Schweiz beschließt den Neubau von AKW einzustellen.


30.6.2011
Der Bundestag beschließt den Atomausstieg bis zum Jahr 2022. Union, FDP, SPD und Grüne stimmten gemeinsam mehrheitlich für eine entsprechende Änderung des Atomgesetzes. Die nach dem Atomunfall in Fukushima stillgelegten acht Atomkraftwerke Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar1, Unterweser, Philippsburg1 und Krümmel dürfen nicht wieder ans Netz. Neun AKW gefährden auch in Zukunft Mensch, Natur und Umwelt. Sie strahlen weiter und gehen bis 2022 vom Netz: 2015 Grafenrheinfeld, 2017 Gundremmingen B, 2019 Philippsburg II, 2021 Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C. Im Jahr 2022 Isar II, Neckarwestheim II und Emsland. Der angefallene Atommüll wird noch ca. eine Million strahlen.

27.11.2011
Der Volksentscheid gegen das Protzprojekt Stuttgart 21 ist gescheitert. CDU, FDP, der "Betonflügel" der SPD und die Bau- und Tunnellobby (Herrenknecht...) haben sich durchgesetzt. Was im Abstimmungskampf von den Medien nie thematisiert wurde waren die ungleich langen Spieße der Befürworter und der Gegner. Wäre die direkte Demokratie ein Vogel, so könnte sich dieser nur hüpfend vorwärts bewegen, denn er hätte Geld in den Flügeln... Die Lobbyisten hatten sicher das 20 fache an Geld für ihre Kampagnen zur Verfügung und sie haben erfolgreich mit Habgierargumenten geworben. Angesichts dieses Ungleichgewichts hat die Umweltbewegung gut gekämpft und teilweise (in Südbaden und Freiburg) auch erfreuliche Erfolge erzielt.
Die Umweltbewegung hat auch in der Vergangenheit immer wieder Niederlagen einstecken müssen. Langfristig waren das dann fast immer folgenschwere und teure Niederlagen für alle Menschen. Ob die Bausumme die versprochenen 4,5 Milliarden übersteigt wird die Zukunft zeigen.

7.5.2012
François Hollande wird zum französischen Präsidenten gewählt und löst Herrn Sarkozy ab. Sarkozy war der klassische Atomlobbyist und Vertreter des „atomaren Dorfes“ in Frankreich, der sich massiv für die Gefahrzeitverlängerung des französischen AKW Fessenheim engagierte. François Hollande hat versprochen das AKW Fessenheim bis zum Jahr 2017 abzustellen.

2012: Die Wirtschafts- und Finanzkrise spitzt sich zu
Eine Kritik und Analyse des BUND wird in den neuen Medien intensiv diskutiert. Die alten Medien verweigern sich dieser Debatte. Thesen die aufzeigen, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise auch damit zu tun haben können, dass wir in einer kritischen Endphase einer zerstörerischen globalen Wachstumsblase leben, werden von Medien nicht gerne diskutiert, die diese Mythen immer noch täglich verbreiten.

2012
Endlich soll das nationalparklose Baden Württemberg einen kleinen Nationalpark im Schwarzwald erhalten. Doch die Lobbyisten der Holzindustrie und strukturkonservative Seilschaften kämpfen mit Geld, Macht und vorgeschobenen Naturschutzargumenten gegen den Naturschutz.

Dezember 2012
"Stuttgart 21-Kosten nähern sich zehn Milliarden! Die Kosten für den Tiefbahnhof in Stuttgart laufen aus dem Ruder. Ein Bahn-Manager spricht von sechs Milliarden, eine Beratungsfirma von zehn" berichtet die Welt. Es gibt einen ärgerlichen Satz der in fast allen Zeitungen steht. Dieser Satz lautet: "Das Projekt wird teurer als erwartet".
Doch Stuttgart 21 wird nicht teurer als erwartet, es wird teurer als vor der Volksabstimmung versprochen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Auf eine makabere Art bestätigen sich jetzt auch nach und nach alle unsere Befürchtungen beim Stuttgarter Protzprojekt. Entgleisende Züge, mangelhafter Brandschutz, explodierende Kosten... Viele vorhergesagte Probleme werden erschreckend schnell traurige und teure Realität.

Juni 2013
Weite Landstriche in Deutschland und in den südöstlichen Nachbarländern stehen Anfang Juni 2013 unter Wasser. Schon jetzt hat das Hochwasser 2013 in einigen Gebieten das sogenannte Jahrhunderthochwasser von 2002 übertroffen. Passau erlebt die schlimmste Flut seit Jahrhunderten. Die kühle Witterung in der "Regenzeit" war das große Glück der Rheinanlieger, denn wenn gleichzeitig zum Regen auch der viele Schnee in den Alpen abgeschmolzen wäre, dann hätte es rheinabwärts eine Flut-Katastrophe gegeben. Für ca. einen Monat wird jetzt wieder auf die Argumente der Umweltschützer gehört, die seit Jahrzehnten eine Ursachenbekämpfung der Fluten anmahnen. Doch immer wenn das jeweils aktuelle Hochwasser abgelaufen ist und die Schäden beseitigt sind, ist zumeist alles wieder vergessen. Zumindest bis zum nächsten "Jahrhunderthochwasser" in 2, 5 oder 10 Jahren. Der Konflikt um die sinnvolle Dammtieferlegung am Leopoldskanal beim Naturschutzgebiet Taubergießen zeigt wie örtliche Interessen Hochwasserschutz und Naturschutz verhindern.

Juni 2013
Bei einem deutsch-französischen "Freundschaftsfest" paradieren in Breisach 1200 Soldaten bewaffnet an einer begeisterten Menschenmenge vorbei. Es gibt eine weit über tausendjährige traurige Waffenbegeisterung, egal ob in Demokratien und Diktaturen. Die deutsch-französische Freundschaft sollte mit Friedensfesten gefeiert werden und nicht mit Militärparaden. Das Zeitalter der Aufklärung liegt vor und nicht hinter uns.

28.November 2013
Der Landtag von Baden-Württemberg beschließt endlich das Gesetz zur Errichtung eines Nationalparks im Schwarzwald mit 71 zu 63 Stimmen. Die FDP und fast die gesamte CDU stimmen gegen Natur und Nationalpark. GRÜNE und SPD stimmen dafür. Der "umstrittene" Nationalpark Nordschwarzwald soll leider nur die Mindestfläche von ca. 10.000 Hektar (100 Quadratkilometer) umfassen. Der tägliche Flächenverbrauch in Deutschland liegt bei ca. 100 Hektar am Tag. Der Park hat also diejenige Fläche, die in Deutschland in hundert Tagen bebaut, zersiedelt, entwertet und zerstört wird. Auch der BUND am Südlichen Oberrhein hat mit Veranstaltungen, Plakaten, Aufklebern und Aktionen für den Nationalpark gekämpft. Dennoch ärgert uns unsere eigene Argumentation. Wir mussten stets in der zerstörerischen „Mehr-Haben-Logik“ argumentieren, also beispielsweise mit den vielen zusätzlichen Arbeitsplätzen im Tourismus, die ein neuer Nationalpark schaffen wird. Der „Wert der Natur an sich“ spielt in Zeiten der Gier in der öffentlichen und veröffentlichten Debatte überhaupt keine Rolle. Da gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen Nationalparkdebatten im Schwarzwald, in Afrika oder Amazonien.

2013
Im ganzen Jahr 2013 gab es eine Vielzahl von aggressiven, bundesweiten Medienkampagnen von Kohle- Atom und Chemiekonzernen und Klimawandelleugnern.
  • So war es möglich, den Veggieday, ein ökologisches Fürzlein aus einer Nische des GRÜNEN Wahlprogrammes zu einem bedrohlich-gigantischen Tornado aufzublasen und die Medienkampagne gegen einen vegetarischen Tag in Kantinen, als "Kampf für Freiheit" zu inszenieren.
  • EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON haben es geschafft die Energiewende schlecht zu reden und bei den Koalitionsverhandlungen der "GROKO" saß die Atom- und Kohlelobby erfolgreich mit am Verhandlungstisch.
  • Gut organisierte neoliberale Netzwerke um die "Achse der Guten" organisierten einen Shitstorm gegen das Umweltbundesamt und verglichen die Behörde mit dem Nazi-Propagandaministerium.
  • Es gab industriegelenkte Kampagnen gegen genkritische WissenschaftlerInnen, die an Bösartigkeit und Vernichtungswillen nicht mehr zu übertreffen waren.
  • Auch als der BUND-Bundesverband im Herbst 2013, mit einem durchaus harten Video, den Einsatz des Unkrautkillers Glyphosat scharf kritisierte, wurde von den Agro-Konzernen eine Medienkampagne organisiert.

In der Umweltbewegungen fehlt es an kritischer Analyse solcher Kampagnen und wer nicht analysiert, kann sich auch nicht wehren. Wenn sich die Umweltbewegung nicht wehrt, könnte uns das Jahr 2014 ein Freihandelsabkommen mit den USA Genfood, Hormonfleisch, Chlorhähnchen und demokratiebedrohende Konzernmacht bringen.




Axel Mayer
Für Ergänzungen und Berichtigungen sind wir dankbar.




Unser Zeitalter des Raubbaus und der Barbarei
Die Menschen der Umweltbewegung am Oberrhein (Südbaden, Elsass, Nordschweiz) haben viel erreicht. Luft und Wasser sind tatsächlich sauberer geworden. Das bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger, als dass die weltweiten Zerstörungsprozesse hier in unserer Region ein wenig langsamer ablaufen als anderswo. "In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat." Quelle: Zukunftsfähiges Deutschland 2008. Gleichzeitig erzeugen wir Atommüll der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss. Immer noch gehören auch wir am Oberrhein zu den, zumeist unzufrieden gehaltenen, 20% der Menschheit, die 80% der Energie und Rohstoffe verschwendet und die damit für den Großteil der weltweiten Umweltverschmutzung verantwortlich sind. Und die restlichen 80% der Welt (insbesondere China und Indien) sind gerade dabei unser zerstörerisches Modell einer Raubbauwirtschaft nachzuahmen. Zur Umweltzerstörung kommt im Zeitalter der Globalisierung ein zunehmend ungehemmter Konsumismus, eine Gefährdung der Demokratie, Ungerechtigkeit und Sozialabbau und eine verstärkte Innenweltverschmutzung. Hundertfünfzig Jahre Industrialisierung haben dazu geführt, dass die in vielen Millionen Jahren geschaffenen Energievorräte und die Rohstoffreserven der Welt zu Neige gehen und gleichzeitig haben wir u.a. mit Atommüll Gifte produziert, die über eine Million Jahre sicher gelagert werden müssen. Das menschengemachte Artensterben und der Klimawandel nehmen zu und eine Milliarde Menschen hungert. Die nachfolgenden Generationen werden unser Zeitalter eine Zeit des Raubbaus und der Barbarei nennen. Die Zukunftsaufgabe auch der regionalen Umweltbewegung wird es sein, aufzuzeigen, dass unbegrenztes Wachstum begrenzte Systeme zerstört. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten.

Axel Mayer



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Dieser Artikel wurde 11055 mal gelesen und am 18.12.2013 zuletzt geändert.